Die große Dessousstudie

3.300 Frauen, eine riesige Dessousumfrage und überraschende Erkenntnisse. Quintessenz der Studie von vogue.com und liaison dangereuse: Beim Dessouskauf sind Frauen weitestgehend Egoisten. Sie ziehen alleine los, machen sich kaum Gedanken über die Vorlieben ihres Partners und strapazieren auch gerne mal ihr Konto.

Edle Lingerie ist für viele Frauen ein Luxusartikel – und den lassen sie sich einiges kosten. Ungefähr ein Drittel der Frauen gibt für einen perfekten BH über 100 Euro aus. Bei Frauen zwischen 30 und 39 sind es sogar noch einige mehr. Wichtiger als der Preis ist ihnen, dass der BH gut sitzt, dass er bequem ist und ihnen Material und Farbe zusagt. In der Reihenfolge. Erst dann folgt der Blick auf das Preisschild. Und dann lassen sie sich auch mehr von ihren Wünschen als von nüchternen Überlegungen leiten. Sie stellen sich nicht Fragen wie: Habe ich nicht ein ähnliches Set zu Hause? Sie kaufen, was ihnen gefällt.

Und was gefällt frau? Eines interessiert sie jedenfalls nicht: ob ihre Dessous mit dem Trend gehen. Obwohl sie ihre Kleider nach der neuesten Mode kauft, bleibt ihre Unterwäsche davon gänzlich unberührt. Die meisten Wäscheschubladen sind gefüllt mit schwarzer Spitze, zu denen sich vereinzelt weiß und rot gesellt. Trendfarben müssen meistens draußen bleiben. Auch die Styles vom Laufsteg sind belanglos. Seit einigen Saisons predigen die Designer schon Panties. Trotzdem finden sich vor allem Strings in deutschen Schränken. Und obwohl Trendlabels wie „Agent Provocateur“ oder „Princesse tam·tam“ auch in Deutschland langsam Fuß fassen, greift frau lieber zum traditionellen „edlen Schwarzen“. Klassische Spitze ist immer noch beliebter als moderne Materialmischungen oder Naturfasern wie Baumwolle oder Seide. Das zeigt zwar bemerkenswerte Treue, beweist aber auch mangelnde Experimentierfreude.

Das mag auch der Grund sein, weshalb die meisten Frauen mit dem Dessousangebot ihrer näheren Umgebung zufrieden sind. Nur ein knappes Drittel will mehr, und sucht eine reichere Auswahl im Internet oder auf Reisen. Große Ladenketten sind mit ihrem Angebot übrigens die großen Verlierer. Frauen bevorzugen eher gut sortierte Kaufhäuser und edle Boutiquen.

Zu besonderen Anlässen brechen Frauen ausnahmsweise die ungeschriebene Regel Unterwäsche nach eigenem Geschmack zu wählen. Zu Weihnachten, Geburtstagen oder zum Valentinstag tragen sie Dessous nach Geschmack ihres Partners. Und da sollte es für die meisten auch ein abgestimmtes Set sein. Im täglichen Leben trägt nur ungefähr jede zehnte Frau ständig zueinander passende Sets, während fast die Hälfte zumindest häufig darauf achtet, dass der Slip zu dem BH gehört. Jede zwanzigste Frau gibt sogar an, niemals zueinander passende Wäsche zu tragen.

Was lernen wir also daraus? Wenn wir das nächste Mal Dessous Shoppen gehen, können wir das kleine Männchen in unserem Kopf ruhig abschalten, das sagt, dass demnächst eine horrende Kreditkartenabrechnung ins Haus steht. Oder dass wir das gleiche Teil schon zu Hause zu liegen haben. Wir sind schließlich nicht allein.

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